Das Leben Erich Kästners von 1899 - 1974


Geburt

Erich Kästner wurde am 23. Februar 1899 als Sohn der Friseuse Ida Kästner und des Sattlermeisters Emil Richard Kästner in Dresden geboren.

Leben

Dresden 1899–1919
Erich Kästner wuchs in kleinbürgerlichen Verhältnissen in Dresden auf. Dort befindet sich am Albertplatz im Erdgeschoss der damaligen Villa seines Onkels Franz Augustin heute das Erich-Kästner-Museum.

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Sein Vater Emil Richard Kästner war Sattlermeister in einer Kofferfabrik. Die Mutter, Ida Kästner, war Dienstmädchen und Heimarbeiterin und wurde mit Mitte Dreißig Friseurin.

Leipzig 1919 - 1927
Im Herbst 1919 begann Kästner in Leipzig das Studium der Geschichte, Philosophie, Germanistik  und der Theaterwissenschaft.  Aufgrund der Inflation und seiner schwierigen finanziellen Situation nahm Kästner mehrere Nebenjobs an; u. a. verkaufte er Parfüm und sammelte die Börsenkurse für einen Buchmacher. Kästner schrieb eine Dissertation zum Thema „Friedrich der Große und die deutsche Literatur“ und wurde 1925 promoviert. Sein Studium finanzierte Kästner schon bald aus eigenen Einnahmen als Journalist und Theaterkritiker.

Dem kritischer werdenden Kästner wurde 1927 gekündigt.  Im selben Jahr zog Kästner nach Berlin, von wo aus er unter dem Pseudonym „Berthold Bürger“ weiter als freier Kulturkorrespondent für die Neue Leipziger Zeitung schrieb. Kästner veröffentlichte später noch unter vielen anderen Pseudonymen (z. B. „Melchior Kurtz“, „Peter Flint“ oder „Robert Neuner“).

In der Kinderbeilage der in Leipziger erschienenen Familienzeitschrift Beyers für Alle (seit 1928 Kinderzeitung von Klaus und Kläre) wurden von 1926 bis 1932 unter den Pseudonymen „Klaus“ und „Kläre“ fast 200 Artikel – Geschichten, Gedichte, Rätsel und kleine Feuilletons – geschrieben, die nach heutigem Stand der Forschung wohl großteils von Kästner stammen. Sein erstes größeres Werk, Klaus im Schrank oder Das verkehrte Weihnachtsfest, entwarf Kästner im Juli 1927.

Berlin 1927 -1933
Kästners Berliner Jahre von 1927 bis Ende 1933 gelten als seine produktivste Zeit. Kästner veröffentlichte 1928 sein erstes Buch, Herz auf Taille, eine Sammlung von Gedichten aus der Leipziger Zeit. Bis 1933 folgten drei weitere Gedichtbände.

Im Oktober 1929 erschien mit Emil und die Detektive Kästners erstes Kinderbuch. Das Buch wurde allein in Deutschland über zwei Millionen Mal verkauft und bis heute in 59 Sprachen übersetzt. Mit Pünktchen und Anton (1931) und Das fliegende Klassenzimmer (1933) schrieb Kästner in den folgenden Jahren zwei weitere gegenwartsbezogene Kinderbücher.

Von 1927 bis 1929 wohnte Kästner in Berlin Wilmersdorf, danach bis Februar 1944 in der Roscherstraße 16 in Charlottenburg.

Berlin 1933 -1945
„Ich bin ein Deutscher aus Dresden in Sachsen. Mich lässt die Heimat nicht fort. Ich bin wie ein Baum, der – in Deutschland gewachsen – wenn’s sein muss, in Deutschland verdorrt.“

Mit dieser Aussage kam Kästner nach Auslandsaufenthalten zurück nach Deutschland. Kästner wurde mehrmals von der Gestapo vernommen und aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen. Seine Werke wurden bei der Bücherverbrennung als „wider den deutschen Geist“ verbrannt, was er selbst aus nächster Nähe beobachtete.

Allerdings hat Kästner unter Pseudonym sehr viel und sehr erfolgreich gearbeitet. Kästner stand auf dem Höhepunkt seiner Produktivität und lieferte der Unterhaltungsindustrie des Dritten Reiches Theatertexte und diverse Filmdrehbücher. Besonders erfolgreich war „Das lebenslängliche Kind“; im Ausland und in der Nachkriegszeit als Buch bzw. Film unter dem Namen Drei Männer im Schnee vermarktet.

Mit einer Ausnahmegenehmigung lieferte Kästner 1942 das Drehbuch zu  Münchhausen. Kästners Wohnung in Charlottenburg wurde 1944 durch Bomben zerstört.

München 1945 -1974
Nach dem Ende des 2. Weltkriegs zog Kästner nach München, wo er bis 1948 das Feuilleton der Neuen Zeitung leitete und die Kinder- und Jugendzeitschrift Pinguin herausgab. Er arbeitete u. a. er für Die Schaubude (1945–1948) und für den Hörfunk. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Nummern, Lieder, Hörspiele, Reden und Aufsätze, u. a. das Marschlied 1945, das Deutsche Ringelspiel und das Kinderbuch Die Konferenz der Tiere.

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Tod

Ab 1965 zog sich Kästner fast ganz aus dem Literaturbetrieb zurück. Kurz vor seinem Tod gab er die Genehmigung, das Erich Kästner Kinderdorf nach ihm zu benennen.

Kästner starb am 29. Juli 1974 im Klinikum Neuperlach an Speiseröhrenkrebs und wurde auf dem Bogenhausener Friedhof in München beigesetzt.